Auch Geduld kann man lernen

Viele Touristen, die nach Lanzarote kommen, denken, auf dieser Insel würden die Leute ständig so leben wie Touristen, die nach Lanzarote kommen: in der Sonne liegen, sich den Pelz verbrennen, auf die Eröffnung des abendlichen Buffets warten. Ist natürlich auch so, keine Frage. Aber hin und wieder müssen wir uns eben doch vom Strand erheben, zum Beispiel um einkaufen zu gehen. Und wenn man dann an der Kasse steht, dann lernt man so einiges – über die wichtigen Dinge des Lebens im Allgemeinen und das eigene Nervenkostüm im Besonderen. Weiterlesen

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»Auf den Schultern von Titanen«

Es gibt Branchen, die für ihre laxe Einstellung zum Thema »Eigentum« berüchtigt sind: Einbrecher zum Beispiel oder Handtaschenräuber. Und auch im Bankgewerbe wird, wie sich mittlerweile herumgesprochen hat, am liebsten das Geld anderer verzockt. Eine Form des Eigentums, die sich im Zeitalter der Digitalisierung besonders gut klauen lässt, ist das »geistige Eigentum«. Nach dem Motto: Warum soll man für etwas bezahlen, was man sich auch umsonst besorgen kann? Stellt sich nur die Frage: Womit haben wir Schreiber das eigentlich verdient? Oder besser: Womit haben wir verdient, dass wir nichts mehr verdienen sollen? Weiterlesen

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Was man alles tut, um nichts tun zu müssen

Ich habe das schon in der Schule gehasst. Regelmäßig, bei Klassenarbeiten. Die anderen (widerliche Streber, wenn man mich fragt) fingen wie die Verrückten an zu schreiben, während ich an meinem Bleistift herumkaute, weil mir nichts einfallen wollte. Ich wundere mich noch heute, dass ich damals nicht an einer Bleivergiftung verendet bin. Inzwischen sieht das alles ganz anders aus, denn als einfallsreicher Schriftsteller verfüge ich über ein reiches Repertoire an Vertuschungsmöglichkeiten, wenn die Muse achtlos an mir vorbeigeht, statt mich zu küssen. Weiterlesen

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… und plötzlich gibt es mich nicht mehr!

Nichts ist für uns so selbstverständlich wie die Möglichkeit, überall und ungehindert kommunizieren und unsere Meinung sagen zu können. Was wir uns dabei kaum klarmachen, ist: Diese Freiheit wird definiert, und zwar nur sehr indirekt von uns selbst. Und sie kann ganz schnell ihr Ende finden, ob durch bewusste Einschränkungen oder auch nur durch einen dummen Zufall. Und dann wird es schnell unangenehm. Ein Erfahrungsbericht. Weiterlesen

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Wer einem nicht alles so folgt!

Man klappt morgens sein Notebook auf und denkt sich nichts Böses. Im Gegenteil, die erste »Twitter-Runde« ist angesagt: Freude auf das muntere Gezwitscher von Freunden, Bekannten und Kollegen, über die lieben Grüße, die vielen Retweets, die einem zeigen, dass man doch nicht so völlig umsonst vor sich hinarbeitet, über Empfehlungen und über neue Follower. Aber manchmal erlebt man dabei auch so seine Überraschungen … Weiterlesen

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Heiß geliebte Auslaufmodelle

Immer wenn ein altbewährtes Medium sich verändert, sich weiterentwickelt, ergänzt wird oder gar verdrängt zu werden droht, setzen aufgeregte Diskussion zwischen den Gegnern und Befürwortern dieser Entwicklung ein: War das Alte nicht schon längst überholt? Ist das Neue nicht vergleichsweise mies? Und überhaupt, ist er das jetzt, der Weltuntergang? Kein Wunder, dass auch das Thema »eBook« zu hitzigen Diskussionen führt. Wird also Zeit, dass diese Diskussionen versachlicht werden. Und ich bin – wie eigentlich immer – der Letzte, der dazu in der Lage wäre. Beste Voraussetzungen also, um sich zu Wort zu melden. Weiterlesen

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Ein denkwürdiger Dialog

Vor Kurzem hatte ich eine tolle Idee (das kommt öfter vor, und meine Frau bekommt dann regelmäßig Schweißausbrüche): Ich könnte doch das Wochenende, wenn keine Folge des Fortsetzungsromans erscheint und sich infolgedessen eine lähmende Langeweile über das Land legt wie ein gefrorenes Bettlaken, ich könnte also diese beiden bleiernen Tage doch nutzen, um meinen Roman anzubieten. Mal so ganz am Stück und, ich wage es nicht zu sagen: zum Kauf. Daraufhin entspann sich bei Google+ ein denkwürdiger Dialog. Weiterlesen

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Macht uns Facebook unglücklich? …

… fragte vor ein paar Tagen »Süddeutsche.de« und präsentierte eine Studie, die im Kern folgendes zutage gefördert hatte: Da sich jeder auf Facebook möglichst positiv präsentieren möchte, halten alle anderen ihr eigenes Leben für schlechter. Nach dem Motto: »Das Leben ist unfair und die anderen sind alle glücklicher als ich«. Zuerst fand ich diese Fragestellung interessant und direkt im Anschluss daran, mit Verlaub: dämlich. Warum? Weiterlesen

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Kann man Hunde vermissen? Und wie!

Manchmal vermisse ich sie noch immer, seine feuchte, warme Hundeschnauze auf meinem Oberschenkel und ihren erwartungsvollen Blick aus leuchtend schwarzen Knopfaugen. Warum eigentlich?

Fast immer haben sie mich von der Arbeit abgehalten, bis ich endlich nachgab, jedes Mal musste ich mich ausführlich mit ihnen beschäftigen und ihnen bestätigen, was für tolle Kerlchen sie doch für mich sind. Und jedes Mal haben sie mir dabei zu verstehen gegeben, was für ein tolles Kerlchen ich doch für sie bin. Vielleicht deshalb. Weiterlesen

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Seid lieb zu uns!

Romanheld Arno Katz im Porträt

Wahrscheinlich hat noch nie jemand darüber nachgedacht, wie wir Romanhelden uns so beim Gelesenwerden fühlen. Stimmt doch, oder? Hand aufs Herz … na also! Dann will ich es hiermit verraten: Wir sind zwar nicht so zimperlich wie unsere Autoren (Heiland!), dazu haben wir in der Regel zu viel um die Ohren (wegen unserer Autoren, Quadrat-Heiland!). Aber trotzdem sind wir Menschen, wenn auch fiktive, und auch fiktive Menschen können verletzlich sein, wenn auch wiederum nur fiktiv. Da wir uns aber regelmäßig bei unseren Autoren ausheulen (und sie sich bei uns, Kubik-Heiland!), ist das Ganze dann nicht mehr fiktiv, sondern recht real. Ist jetzt zu kompliziert, oder? Dann machen wir die Sache also einfacher. Hier sind sie, die zehn Wünsche von uns Romanhelden an unsere Leser: Weiterlesen

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Von Elefanten und Porzellan-Läden

Wenn wir ein Höchstmaß an Ungeschicklichkeit beschreiben möchten, greifen wir gerne zum Vergleich mit dem Elefanten im Porzellan-Laden. Will heißen: höchste Trampeligkeit und Zerstörungskraft auf kleinstem Raum.

Vor einiger Zeit wurde versucht, dieses Sprichwort mit einem Zirkuselefanten wirkungsvoll für einen Werbespot in Szene zu setzen. Allein, es wurde zunächst mal nichts draus: Der Elefant bewegte sich nämlich so geschickt und mit feinfühliger Vorsicht, dass nicht ein einziges Porzellantässchen zerspringen wollte. Man behalf sich schließlich derart, dass man die gewünschte Zerstörungsarie mithilfe unsichtbarer Fäden und versteckter Vorrichtungen inszenierte. Der Elefant soll am Ende der Dreharbeiten übrigens sehr, sehr verstört gewesen sein … Weiterlesen

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Links von der dünnen Wand

Wir leben auf Lanzarote in einem kleinen Reihenhaus. Spanische Bauweise, was nichts anderes bedeutet als: hellhörig. Natürlich sind da die direkten Nachbarn nicht so ganz unwichtig. Wir zumindest haben einen gewissen Bedarf an Ruhe, gegenseitiger Rücksichtnahme und Frieden. Also nicht Friedhofsruhe aber auch nicht Dauerbeschallung. Und da haben wir es gut getroffen. Weiterlesen

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»Schreiben kann doch jeder!« …

… behauptet jeder. Und es ist ja auch etwas dran. Wer eine Schule besucht hat, einen Kugelschreiber halten oder die Tastatur seines Computers bedienen kann, der kann auch schreiben: Einkaufslisten, zum Beispiel, Urlaubsgrüße aus Rimini oder einen zünftigen Beschwerdebrief an den Reiseveranstalter, weil die doofen Kellner im Urlaubshotel immer zu wenig Bier eingeschenkt haben. Soweit alles okay. Aber sobald es poetisch wird, gibt es kein Halten mehr! Weiterlesen

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»Kann man denn davon auch leben?«

Man weiß ja, wie das so ist: Du lernst irgendwo neue Leute kennen, unterhältst dich nett und irgendwann kommt dann die Frage: »Was machst Du denn so beruflich?«

»Ich schreibe«, sage ich dann wahrheitsgemäß.

Und dann sehe ich es wieder, das glänzende Fragezeichen in den Augen meines Gegenübers, das folgenden Satz beendet: »Ja, kann man denn davon auch leben?«

Meine Antwort darauf ist ein ebenso überzeugtes wie eindeutiges: »Kommt drauf an!«

Worauf? Ja, das ist es eben. Weiterlesen

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Was Schreiber über das Schreiben schreiben

Sie lieben das Schreiben und leiden daran. Sie können oft kaum vom Schreiben leben, aber auch nicht ohne – Schriftsteller. Und fast alle von ihnen haben irgendwann einmal etwas über das Schreiben geschrieben. Ich habe ein paar dieser Sentenzen bekannter Autoren zusammengesucht. Das ist lehrreich, unterhaltsam, erhellend und zeugt – gekonnt blasiert eingeworfen – von Geist und Esprit beim Small Talk. Also genau das, was man meistens nicht dabei hat, wenn man es am dringendsten braucht. Ungefähr so wie diese verdammten Visitenkarten. Oder anders ausgedrückt, und zwar mit den Worten des Romanhelden Arno Katz: »Ein gut geklautes Zitat ist um Längen besser als selbst verzapfter Blödsinn!«
Aber das ist natürlich Ansichtssache. Weiterlesen

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Mindestlohn für Romanfiguren!

Romanheld Arno Katz im Porträt

Macht sich eigentlich jemand klar, wie schwierig das Leben eines Romanhelden ist? Wir sind wehrlos den Ideen unserer Autoren ausgeliefert – und dürfen dabei schon glücklich sein, wenn die überhaupt welche haben. Wir machen Jobs, die wir vielleicht gar nicht wollten, und werden dauernd in Erlebnisse geschrieben, die grenzwertig sind.

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»Schreib doch mal was Lustiges!«

Meine Frau zeichnet sich durch tausend Dinge aus. Nicht möglich alle aufzuzählen, dazu reicht das Internet nicht aus. Aber zwei Sachen möchte ich erwähnen: erstens, dass sie es schon seit einer ganzen Zeit mit mir aushält und, zweitens, dass sie ungeheuer gerne und viel lacht. Ich vermute da gewisse Zusammenhänge: Wahrscheinlich hält sie es deshalb schon so lange mit mir aus, weil ich sie oft zum Lachen bringe. Andere schlagende Gründe fallen mir – jedenfalls so auf Anhieb – nicht ein. Weiterlesen

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Lustig oder ernst: Was ist schwerer?

»Ich habe deinen Roman gelesen und dabei unheimlich viel lachen müssen«, schrieb mir vor Kurzem eine Leserin, »und dabei kam mir plötzlich die Frage: Was ist für einen Autor eigentlich leichter: etwas Lustiges zu schreiben oder etwas Trauriges, Dramatisches?« Weiterlesen

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Von Konkurrenten, Kollegen und Solidarität

Es muss wohl an der Art unserer Arbeit liegen. Wir können vorher recherchieren und mit tausend Leuten reden und uns hinterher mit der Welt vernetzen, dass die Drähte glühen; wir können alleine in einem dunklen Zimmer arbeiten oder in einer voll besetzten Kneipe, auf einer abgelegenen Terrasse oder auf dem Rathausplatz von Rio de Janeiro – es ändert alles nichts: Wenn wir schreiben, dann sind wir immer einsam. Manchmal sehr einsam. Eingefangen in diesen Prozess, in dem die Geschichte, die wir erzählen wollen, und die Figuren, die wir erfunden haben, ihren Weg aus unserem Kopf auf Papier oder Monitor finden. Das ist die schönste Arbeit, die es gibt – wenn’s läuft. Und die Hölle, wenn’s hakt.  Weiterlesen

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Wer nicht lesen will, darf hören!

Ein unterhaltsames Buch zu lesen, ist eine feine Sache. Aber wie kann ich entscheiden, ob ich ein Buch unterhaltsam finde? Meistens erst, nachdem ich es gekauft habe. Na ja. Besser wäre es natürlich, vor dem Kauf entscheiden zu können. Und noch besser, wenn mir jemand Auszüge daraus vorlesen würde, oder? Habe ich mir auch gedacht und mich deshalb entschlossen, von nun an und in loser Folge kleine Proben meines Romans in einer Video-Autorenlesung vorzustellen. Hier ist er also nun, der erste Appetithappen aus »KATZ oder Lügen haben schlanke Beine«:

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